Die GbR ist in Deutschland eine sehr häufig gewählte Form der Unternehmensgründung. Die Gründer steigen zumeist mit einem geringen Startkapital ein und profitieren von einer schnellen und günstigen Gründung. Auch in Sachen Steuern ist die GbR relativ unkompliziert. Da Sie als Gesellschafter allerdings an eine eher risikoreiche Privathaftung gebunden sind, macht ein Gesellschaftsvertrag durchaus Sinn. Dieser ist dann das Herzstück der GbR und regelt sämtliche Belange der zukünftig eintretenden Fälle. 

Damit dieser auch rechtsgültig wird, etwa im Falle einer Auflösung des Unternehmens, bedarf es einiger inhaltlicher Vorschriften. Warum ein schriftlich festgehaltener GbR Vertrag sinnvoll ist und was genau darin enthalten sein sollte, erklären wir Ihnen jetzt anhand eines Beispiels. Zudem erhalten Sie unsere kostenlose Vorlage im Word-Format zum Download.

Was ist ein GbR Vertrag? 

Auch wenn Sie das Unternehmen zusammen mit Familienmitgliedern oder langjährigen Freunden gründen, haben Sie entsprechende Rechte und Pflichten der GbR gegenüber.

Einen Gesellschaftsvertrag können Sie dann abschließen, wenn das Unternehmen aus mindestens zwei Gründern besteht. Tatsächlich können Sie auf einen schriftlichen Vertrag vollumfänglich verzichten, denn zwingend notwendig ist er nicht. Eine mündliche Absprache mit anschließendem Handschlag reicht also zur Gründung aus. Was jedoch die Arbeit innerhalb der GbR betrifft, so empfiehlt es sich dennoch, seine Absprachen in Schriftform zu bringen. 

Der Grund: Der Gesetzgeber regelt gewisse Dinge innerhalb einer Unternehmensführung nur bedingt ausführlich, beispielsweise in den Bereichen Vergütung, Beschlussfassung oder Geschäftsordnung. Kommt es hier zu Unklarheiten oder Konfliktsituationen, so kann auf den GbR Vertrag zurückgegriffen werden. 

Hinweis: Pflicht ist ein GbR Vertrag laut Gesetzgeber dann, wenn eine Immobilie in die Gesellschaft eingebracht wird. Eine passende Vorlage oder ein GbR Vertrag Muster finden Sie im Internet. 

Rechtliche Relevanz eines GbR Vertrages 

Gesellschaftsverträge können im Streitfall für Klarheit sorgen – das Pendant für den Angestellten wäre der klassische Arbeitsvertrag. So etwa, wenn sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert und die Kompetenzverteilung neu geregelt werden muss. Verträge können hierbei festhalten, welche Gesellschafter für solche Entscheidungen einstehen. Auch bei Interessenskonflikten oder persönlichen Differenzen, wie sie in der Geschäftswelt sehr häufig vorkommen, kann der Vertrag diese lösen. Vor allem, wenn es um finanzielle Streitigkeiten geht. 

Der GbR Vertrag sollte auch in Sachen Geld und Gewinnverteilung für Klarheit sorgen. Kommt es zur Insolvenz, so regelt der Vertrag innerbetriebliche Abläufe. Also auch die Aufteilung der Restschulden oder des Restvermögens. Muss sich die GbR auflösen, so sind anschließende Abläufe oftmals nicht eindeutig. So kann es passieren, dass einer der Gesellschafter die GbR weiterführen möchte, andere jedoch möglichst bald aussteigen wollen. 

Inhalte eines GbR Vertrages 

Die Inhalte des GbR Vertrages sind nur sehr lose vorgegeben. Generell sollten daher folgende Aspekte unbedingt Teil des schriftlichen Vertrages sein: 

    • Name, Sitz und Zweck der GbR: Beispiel: „Zweck der Gesellschaft bürgerlichen Rechts ist der gemeinsame Verkauf von Sonnenbrillen aus eigener Herstellung.“ 
    • Beiträge der Gesellschafter: Auch eingebrachte Gegenstände oder Sachleistungen sollten aufgeführt sein, ebenso wie Ideen oder ideelle Leistungen. 
    • Gewinn- und Verlustverteilung: Hier schreibt der Gesetzgeber eine gleichmäßige Beteiligung vor, falls keine proportionalen Aufteilungen festgehalten wurden. 
    • Geschäftsführung: Ist diese nicht festgelegt, so schreibt der Gesetzgeber vor, dass eine Entscheidung einstimmig von jedem Gesellschafter getroffen werden muss. 
    • Vertretungsbefugnis: Es sollte festgelegt werden, wer die Entscheidungen der Geschäftsführung vertritt. 
    • Tod eines Gesellschafters: Sind hier keine Absprachen getroffen, so sieht der Gesetzgeber die sofortige Auflösung der GbR vor. 
    • Urlaub und Krankheit 
    • Einsichtsrecht
    • Gesellschaftsversammlung: inkl. Vereinbarungen, Termine & Anlässe, Einberufung, Einladung, Beschlussfassung, Abwesenheit 
    • Vergütung und Privatentnahmen 
    • Rücklagenbildung
    • Übertragung der Geschäftsanteile
    • Kündigung und Fristen: Gesellschafter können den Vertrag jederzeit kündigen. Einem anderen Gesellschafter kündigen setzt allerdings voraus, dass dieser die Pflichten gegenüber der GbR verletzt. Dies ist jedoch nur möglich, wenn im Vertrag festgehalten wurde, dass die anderen Mitglieder die GbR fortführen. 
    • Auflösung der GbR: Der Gesetzgeber sieht eine Auflösung der GbR vor, wenn die Gesellschaft den Zweck nicht erfüllt, ein Gesellschafter stirbt oder die GbR vor einer Insolvenz steht. 
    • Salvatorische Klausel
    • Änderungen und Ergänzungen

GBR-Vertrag Muster richtig anwenden

Neben den eben erwähnten Inhalten eines GbR Vertrages, dürfen personenbezogene Daten zu den jeweiligen Geschäftspartnern nicht fehlen. Auch Angaben zum Standort des Unternehmens müssen gemacht werden. Im Anschluss sollte der Beginn der GbR festgelegt werden, bzw. der Zeitraum. Zumeist wird dieser auf „unbestimmte Zeit“ geschlossen. Ein gültiger Gesellschaftsvertrag endet logischerweise mit der handschriftlichen Unterzeichnung aller Parteien zum genannten Datum. Auch sollte der Hinweis auf Änderungen oder Ergänzungen enthalten sein, welcher sicherstellt, dass diese der Schriftform bedürfen. 

Vergessen Sie nicht, dass Sie sämtliche Beschlüsse des GbR Vertrages zu 100% mittragen. Achten sie daher auf möglicherweise versteckte Motive der anderen Gesellschafter, um künftigen Konflikten aus dem Weg zu gehen. Natürlich dürfen Sie den Gesellschaftervertrag noch ausführlicher gestalten. Sie haben das Recht, zusätzliche Absprachen einzubringen und zu diskutieren. 

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