Wenn Sie Aufträge für einen Kunden erledigen oder Aufträge an einen Dienstleister abgeben, sollten Sie im Vorfeld einen Werkvertrag abschließen. In diesem verpflichtet sich ein Unternehmer zur Herstellung eines Werks und der Besteller verpflichtet sich zur Zahlung einer Vergütung. Da in einem solchen Vertrag viele wichtige Dinge festgehalten werden, lohnt sich die Verwendung eines Musters zum Werkvertrag, um nichts zu vergessen. Die kostenlose Vorlage finden Sie wie immer im Word-Format zum Ende dieser Anleitung.

Was genau ist ein Werkvertrag? – Konkrete Beispiele

Unter „Herstellung eines Werks“ fallen zum Beispiel die folgenden Dinge:

  • Herstellung und Veränderung einer Sache

(Reparatur von Möbeln, Bau eines Fahrzeugs, Modifizierungen an Elektrogeräten)

  • durch Arbeit oder Dienstleistung herbeizuführender Erfolg

(Inspektion von Maschinen, Erstellen von Gutachten, Durchführen von Untersuchungen)

Als Unternehmen oder als selbstständiger Einzelkämpfer wird also die Herstellung beauftragt, während der Besteller sich dazu verpflichtet, den im Vorfeld vereinbarten Preis zu zahlen. Die Entscheidung, welche Arbeitsmittel oder Mitarbeiter für diesen Zweck eingesetzt werden, liegt allein beim Auftragnehmer. Dem Auftraggeber wird nur das Endergebnis in Rechnung gestellt.

Sobald der Kunde das Werk abnimmt, wird die Vergütung fällig.

Diese Dinge können in einem Werkvertrag geregelt werden

Recht häufig ertönt die Frage danach, was in einem Werkvertrag geregelt werden kann. Folgende Dinge sind möglich:

  • Bauarbeiten
  • Reparaturarbeiten
  • Transportleistungen
  • handwerkliche Tätigkeiten
  • Erstellung von Gutachten und Plänen

Ist das Werk außerdem urheberrechtlich geschützt, werden sowohl Werkvertrag als auch Urheberrechtsvertrag genutzt. In letzterem lassen sich zum Beispiel das Nutzungsrecht und insbesondere das Übertragungsrecht an Dritte des Auftraggebers festlegen.

Was steht in einem Werkvertrag?

Alle Dinge, die bereits in §§ 631 BGB festgelegt sind, müssen nicht erneut in den Werkvertrag übernommen werden. Vor allem sollten Sie darauf achten, dass das Werk und dessen Annahme exakt beschrieben werden. Auch das Vorgehen in einem Konfliktfall sollte in einen Werkvertrag aufgenommen werden.

Diese wichtigen Punkte gehören in jede kostenlose Vorlage des Werkvertrags:

  1. Angaben zu den Parteien

Halten Sie genau fest, zwischen welchen Vertragspartnern der Werkvertrag geschlossen wird.

  1. Detaillierte Beschreibung der Aufgabe bzw. des Werkes

Das können zum Beispiel Angaben zum Inhalt, zum Leistungsumfang oder auch technische Beschreibungen sein.

  1. Liefertermin

Der genaue Abgabetermin bzw. mehrere Abgabetermine werden hier festgehalten.

  1. Lieferform

Je nach Art des Werks kann die Lieferform beispielsweise als E-Mail-Anhang, als Ausdruck oder mittels Paketdienst gewählt werden.

  1. Honorar

In diesem Abschnitt wird der Wert des Werkes angegeben. Inklusive Mehrwertsteuer und Kosten für etwaige Zusatzleistungen, wie zum Beispiel Fahrtkosten.

  1. Zahlungsvereinbarungen

Das genaue Festhalten von Zahlungsterminen oder Abschlagszahlungen wird hier festgehalten.

  1. Abnahme

Grundsätzlich ist ein Auftraggeber dazu verpflichtet, das vereinbarte Honorar binnen 30 Tagen nach dem vertraglich geregelten Abgabetermin zu zahlen.

  1. Kündigung durch Auftraggeber

In diesem Bereich finden sich Regelungen für den Kündigungsfall. Darunter fällt beispielsweise auch, dass der Auftraggeber dem Auftragnehmer das volle Honorar abzüglich etwaiger ersparten Aufwendungen zahlen muss.

  1. Einbeziehung von Nutzungsverträgen

Darunter fallen zum Beispiel Urheberrechtsverträge. Sie regeln die Nutzungsrechte, wie Veröffentlichung oder Veränderung des Werkes.

  1. ggf. weitere Bestandteile

Im letzten Abschnitt können Regelungen zum Stillschweigen (siehe NDA) oder zu Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen festgehalten werden. Auch auf das Thema Haftung kann hier näher eingegangen werden.

Wer sich das nicht selbst zutraut, sollte eine Vorlage für einen Werkvertrag nutzen. Ein Muster-Werkvertrag muss in Word oder Excel kaum individualisiert werden und besitzt bereits eine gute und leicht ausfüllbare Struktur.

Die Vergütung im Werkvertrag

In § 623 BGB ist die Vergütung für Werkleistungen geregelt. Im Werkvertrag können individuelle Angaben zum Kostenanschlag gemacht werden. Außerdem ist in § 641 festgelegt, dass die Vergütung mit Abnahme des Werks erfolgt. Der Unternehmer geht also in Vorleistung.

Selbstverständlich dürfen bei der Abnahme durch den Besteller keine erheblichen Mängel vorhanden sein. Damit das nicht in Vergessenheit gerät oder gar falsche Angaben gemacht werden, empfiehlt es sich, ein kostenloses Werkvertrag Muster bzw. eine kostenfreie Vorlage zu nutzen.

So wird die Vergütung berechnet

Zur Berechnung stehen unterschiedliche Arten zur Verfügung. Im Werkvertrag sind das zum Beispiel:

  1. Vergütung nach Einheitspreisen
  2. Vergütung nach Zeitaufwand
  3. Vergütung nach Pauschalpreis

Die Kündigung des Werkvertrages

Sowohl Auftraggeber als auch Auftragnehmer haben ein Kündigungsrecht. Allerdings ist das des Auftragnehmers bedeutend eingeschränkter. Kündigungsfristen muss der Auftraggeber nur dann einhalten, wenn er fortlaufende Werkleistungen beansprucht (siehe § 649 BGB).

Der Auftragnehmer kann den Werkvertrag nur dann kündigen, wenn eine Fortsetzung unzumutbar ist oder der Besteller seine Mitwirkungspflichten nicht erfüllt. Um die Höhe der Vergütung nach einer Kündigung berechnen zu können, muss der Auftraggeber seinen Anspruch nicht nur darlegen, sondern auch beweisen. Außerdem sieht der Gesetzgeber eine Vermutungsregelung vor. Das bedeutet, dass der Unternehmer bei Kündigung einen Anspruch auf 5 % der Vergütung hat, für die er noch keine Werkleistung hat.

 

Unsere Empfehlung
Buchhaltung leicht gemacht - mit sevDesk
Jetzt kostenlos testen