Es sei gleich zu Anfang gesagt, als Arbeitnehmer haben Sie keinen Anspruch auf ein Zwischenzeugnis. Entsprechend sind Sie als Arbeitgeber nicht verpflichtet, ein solches Zeugnis auszustellen. Dennoch gibt es eine Reihe von Szenarien, in denen ein Zwischenzeugnis durchaus sinnvoll ist.

Wann also erweist sich eine Vorlage für das Zwischenzeugnis als hilfreich? Und welche Inhalte sollte ein gutes Muster abdecken? Wir haben die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Warum ein Zwischenzeugnis ausstellen?

Generell gibt es zwei Hauptgründe für das Erstellen eines Zwischenzeugnisses. Zum einen kann nach einer langjährigen Betriebszugehörigkeit ein Zwischenzeugnis als allgemeine Dokumentation für den Karriereweg angesehen werden.

Sozusagen eine Entscheidung mit Weitsicht. Zum anderen wird ein Zwischenzeugnis für die Bewerbung für einen neuen Job benötigt.

Darüber hinaus gibt es aber auch spezifischere Situationen, in denen Sie ein solches Dokument anfordern können, oder es für einen Mitarbeiter ausstellen sollten:

  • Wechsel eines Vorgesetzten
  • Interner Jobwechsel
  • Firmenübernahme
  • Stellenabbau

Zwischenzeugnisse können auch im Rahmen einer Beförderung ausgeschrieben werden. Oder, wenn man in die Elternzeit geht.

Wie sollte ich nach einem solchen Zeugnis fragen?

Viele Arbeitnehmer scheuen sich davor, ihre Vorgesetzten nach einem Zwischenzeugnis zu fragen. Denn sie gehen davon aus, dass der Chef gleich denkt, man ist auf Jobsuche und möchte seinen Arbeitsvertrag kündigen. Ob dies nun der Wahrheit entspricht oder nicht, es ist möglich, ein Zeugnis zu erfragen, ohne Aufsehen zu erregen.

Am besten von Beginn der Anstellung regelmäßig nach einem qualifizierten Zwischenzeugnis durch den direkten Vorgesetzten fragen. Alle zwei bis drei Jahre ist das nicht ungewöhnlich. Es soll einfach dazu dienen, die eigenen Unterlagen zu vervollständigen.

Es ist möglich, das Zwischenzeugnis in Person zu erfragen, oder ein kurzes Schreiben an die Personalabteilung aufzusetzen. Was die bessere Wahl ist, hängt in erster Linie von den individuellen Umständen ab. Sitzen Sie Ihrem Vorgesetzten am Schreibtisch gegenüber, ist eine formale Anfrage wohl ein wenig viel.

Gibt es aber eine umfangreiche Hierarchie innerhalb eines großen Unternehmens, wird die schriftliche Anfrage wahrscheinlich schneller bearbeitet als ein kurzes Gespräch im Pausenraum.

Achtung: Ein Vorgesetzter hat nicht das Recht Sie anders zu behandeln, weil er davon ausgeht oder sogar weiß, dass Sie auf der Suche nach einem neuen Job sind. So dürfen Sie zum Beispiel nicht von Projekten ausgeschlossen werden, oder nicht mehr in wichtigen Entscheidungen einbezogen werden – Sie sind bis zu Ihrem letzten Arbeitstag ein vollwertiges Mitglied des Mitarbeiterstamms.

Zwischenzeugnis Vorlage – was sollte drin stehen?

Sie erhalten einen Vordruck für ein Zwischenzeugnis sowohl als PDF als auch als Word-Datei. Die Word-Datei ist generell einfacher zu bearbeiten.

Darüber hinaus finden sich im Netz auch Webseiten, die soetwas wie einen Generator für Zwischenzeugnisse anbieten. Diese Generatoren sind allerdings wenig hilfreich, soll ein qualifiziertes Zwischenzeugnis ausgestellt werden.

Welche Inhalte sind also für ein gutes Zwischenzeugnis relevant?

  • Betreff „Zwischenzeugnis“
  • Daten des Arbeitnehmers (Name, Geburtsdatum, Wohnort)
  • Beginn des Beschäftigungsverhältnisses
  • Stellenbezeichnung und Tätigkeitsbeschreibung
  • Leistungsbeurteilung und Beurteilung des Sozialverhaltens
  • Schlussformel und Dank für die bisherige Zusammenarbeit
  • Unterschrift, Datum, Stempel

Es ist Ihnen sicherlich möglich, einen Grund für das Erstellen des Zwischenzeugnisses zu nennen. Allerdings ist dies optional.

Was ist ein qualifiziertes Zwischenzeugnis?

So wie auch für ein normales Arbeitszeugnis der Fall können Sie zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Zwischenzeugnis unterscheiden.

Ein einfaches Zwischenzeugnis macht lediglich Angaben zum Beginn des Arbeitsverhältnisses, zu den persönlichen Daten und zur konkreten Tätigkeit innerhalb des Unternehmens. Ein solches Zeugnis ist absolut wertneutral. Es dient in erster Linie zur Bestätigung der Anstellung. Dient aber nicht für eine Einschätzung der individuellen Leistungen.

Im Gegensatz dazu steht das qualifizierte Zwischenzeugnis. Ein solches Arbeitszeugnis muss detaillierte Angaben zu den ausgeführten Tätigkeiten und den Leistungen des Angestellten enthalten. Auch eine Einschätzung darüber, ob der Angestellte sich zum Beispiel für eine leitende Position eignet, kann integriert werden. Relevant ist ebenfalls eine Einschätzung der zwischenmenschlichen Fähigkeiten – Teamfähigkeit, Ehrlichkeit, usw.

Alternativen zum Zwischenzeugnis?

Ob Sie Ihr Zeugnis in Bayern oder NRW erhalten, es wird in Kombination mit Anschreiben & Co. von den Personalabteilungen in einer Bewerbung gern gesehen. Aber es ist nicht immer möglich, ein gutes Zwischenzeugnis zu erhalten.

Viele Vorgesetzte sehen das Erstellen eines Zwischenzeugnisses oft als lästige Aufgabe an. Sie bemühen sich kaum, hier die richtigen Formulierungen zu finden, oder relevante Beurteilungen abzugeben. Wenn ein solches Problem ansteht, können Sie durchaus ein Muster für ein Zwischenzeugnis nutzen und dies nach den eigenen Ansprüchen anpassen. Legen Sie es Ihrem Vorgesetzten vor und dieser kann es bei Bedarf weiter anpassen oder ungeändert unterzeichnen.

Wenn aber auch dies keine Möglichkeit für Sie ist, dann gibt es Alternativen, um die klassischen Zwischenzeugnis-Formulierungen und -Inhalte in einem anderen Schriftstück zu verpacken.

Achtung: Nicht jede Personalabteilung erkennt die folgenden Alternativen an. Offizielle Zeugnisse haben noch immer einen sehr hohen Stellenwert für Bewerbungsunterlagen.

Mitarbeiterbewertungen – speziell für leitende Angestellte von Vorteil

Wer kann einem leitenden Angestellten besser eine Beurteilung geben als die unterstellten Mitarbeiter? Eine umfassende Mitarbeiterbewertung ist daher bares Gold wert. Denn hier werden die individuellen Stärken und Schwächen der Person präzise hervorgehoben. Eine anonyme Mitarbeiterbewertung ist die beste Wahl – so hält niemand mit den wahren Gedanken zurück.

Eine solche Mitarbeiterbewertung kann auch dazu genutzt werden, um die eigene Leistung innerhalb des Teams zu analysieren und mögliche Verbesserungspunkte zu finden.

Referenzen und Empfehlungen von Kunden und Geschäftspartnern

Sie betreuen große Kundenkonten und stehen in stetigem Kontakt mit anderen Firmen und deren Vorgesetzten oder Mitarbeitern? Dann ist auch hier sehr gutes Feedback vorhanden. Eine individuelle Empfehlung durch Kunden sagt oft mehr über die Qualifikation und Leistung aus, als das leere Geschwafel von Vorgesetzten.

Referenzprojekte zeigen schnell auf, in welchen Bereichen Sie Erfahrungen mit sich bringen.

Zwischenzeugnis-Formulierungen – eine gute Vorlage gibt Ideen

Ein Punkt, der für ein Zwischenzeugnis zu beachten ist, sind Gegenwarts-Formulierungen. Wird hier aufgrund von Unachtsamkeit oder Unwissenheit in der Vergangenheitsform geschrieben, kann das für zukünftige Arbeitgeber zu Verwirrung führen.

Darüber hinaus muss der Inhalt eines Zwischenzeugnisses der Wahrheit entsprechen und er darf nicht auf persönlicher Ebene angreifend sein.

Die Schlussformel sollte ausdrücklich darauf hinweisen, dass eine weitere Zusammenarbeit durch das Unternehmen sehr begrüßt wird. Ist bereits bekannt, dass der Arbeitnehmer das Unternehmen verlässt, sollte darauf hingewiesen werden, dass dies als sehr bedauerlich angesehen wird.

Eine Vorlage für ein Zwischenzeugnis lässt sich ohne großen Aufwand auf den individuellen Einsatz anpassen. Es gibt keine Standardvorlagen, die zum Beispiel Abstände oder Zoll-Angaben für die Ränder benennen – in Sachen Design sind Ihnen bei unseren Mustern somit nicht die Hände gebunden.

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