Im Englischen bezeichnet man das Lastenheft auch als Requirements Specification oder User Specification. Der Begriff Lastenheft ist im Grunde etwas irreführend, beschreibt es doch ein Dokument, in dem die jeweiligen Anforderungen einer Lieferung und Leistung niedergelegt sind. Es ist in der Regel das Ergebnis einer Anforderungsanalyse. Das Lastenheft kann zum Beispiel im Bereich Maschinenbau und Elektrotechnik zum Einsatz kommen und wird nach DIN 69905 erstellt.

Wir möchten mit diesem Artikel erklären, wozu das Lastenheft eingesetzt wird, wie ein Muster aussehen sollte und warum es eine unbedingte Voraussetzung für das Pflichtenheft ist. Außerdem möchten wir Ihnen am Ende einen Vordruck anbieten, den Sie als Vorlage für Ihre Zwecke nutzen und in Word oder Excel nach Ihren Wünschen anpassen können.

Wozu ein technisches Lastenheft eingesetzt wird

Das Lastenheft gehört zur Abteilung des Anforderungsmanagements und wird eingesetzt, wenn ein Auftraggeber einen Auftrag vergeben möchte. Er übergibt einem eventuellen Auftragnehmer dieses Dokument, dessen Aufgabe es nun ist, auf der Grundlage von diesem das Pflichtenheft zu erstellen. Danach ist der Auftraggeber dazu in der Lage, anhand von diesem auszuwählen, welcher Auftragnehmer für diese Aufgabe am geeignetsten erscheint.

Weitere Namen für dieses Dokument sind Anforderungsspezifikation, Anforderungskatalog, Produktskizze oder Kunden- und Anwenderspezifikation. Die Grundsätze für das Lastenheft sind in der DIN 69905-5 festgelegt. In dieser steht, dass in diesem Dokument die ‚vom Auftraggeber festgelegte Gesamtheit der Forderungen an die Lieferung und Leistungen eines Auftragnehmers innerhalb eines Auftrages‘ festgehalten werden müssen.

Nimmt man den etwas bürokratischen Ausdruck weg, heißt dies, dass im Lastenheft beschrieben wird, was wofür gemacht werden muss. Die Vorlage kann dazu verwendet werden, einem eventuellen Auftragnehmer zu zeigen, welche Aufgaben mit einem Auftrag zusammenhängen. Sie sind im Lastenheft genau spezifiziert.

Der Aufbau ist ebenfalls wichtig

Mit dem Aufbau kommen die einzelnen Angaben über die Aufgaben, die innerhalb des Auftrages zusammengefasst werden. So sollte in einem Lastenheft immer folgendes aufgeführt sein:

  • Einführung
  • Beschreibung des Ist-Zustandes
  • Beschreibung des Soll-Zustandes
  • Schnittstellen
  • Funktionale Anforderungen
  • Nichtfunktionale Anforderungen (Benutzbarkeit, Zuverlässigkeit, Effizienz, Änderbarkeit, Übertragbarkeit, Wartbarkeit)
  • Risikoakzeptanz
  • Skizze des Entwicklungszyklus/Struktogramm
  • Lieferumfang
  • Abnahmekriterien

Sind diese Inhalte im Lastenheft angegeben, erhält der Auftragnehmer genau die Angaben die er benötigt, um das jeweilige Vorhaben umzusetzen. Unsere kostenlose Vorlage stellt hier eine optimale Grundlage dar.

Besondere Spezifikation bestimmter Branchen

In manchen Branchen ist es inzwischen festgelegt, wie ein Lastenheft auszusehen hat. Dies ist besonders im Bereich der Softwaretechnik der Fall, wo ein IEEE-Standard besteht. In diesem Standard sind sowohl Lasten- als auch Pflichtenheft eingeschlossen. Als Beispiel dient hier der Vorgang, der in der Raumfahrt angewandt wird. Hier gibt es den sogenannten NASA-Standard, in dem folgende Vorgehensweise Verwendung findet, wenn es beispielsweise für Produktentwicklung notwendig ist:

Schritt 1: Zunächst erstellt der Auftraggeber die Anforderungsspezifikation, in dem Missionsanforderung und Rahmenbedingungen für eine Konstruktion enthalten sind.

Schritt 2: Anschließend bekommt er vom Auftragnehmer eine Implementierungsspezifikation, in dem der Entwurf mehr detailliert wird.

Schritt 3: Zum Schluss akzeptiert der Auftraggeber die Implementierungsspezifikation.

Kommt es bei dieser Vorgehensweise später in den Verhandlungen zu einem Konflikt, wird immer wieder auf die im ersten Schritt aufgeführte Anforderungsspezifikation zurückgegriffen.

Sonstige Normen die angewandt werden

Es gibt neben dem IEEE-Standard und der DIN-Vorgabe auch noch andere Standards und Normen die eingehalten werden. Diese werden spezifisch für bestimmte Systeme angewandt, darunter:

  • VDI 2519 Blatt 1 und 2
  • VDI 3694
  • VDI 4403 Blatt 1 und 2

Im VDI 2519 Blatt 1 und 2 geht es um die Vorgehensweise zur Erstellung von Lasten- und Pflichtheften, wobei diese insbesondere im Bereich von Förder- und Lagersystemen Anwendung finden. VDI 3694 kommt bei Automatisierungssystemen zum Einsatz. Zudem bieten die jeweiligen Blätter der VDI 4403 die Möglichkeit zum Entwurf, wenn es um die Modernisierung und Erweiterung von fördertechnischen Anlagen geht sowie logistischen Systemen im laufenden Betrieb.

Kann man für das Lastenheft nicht auch eine Software verwenden?

In der heutigen Zeit gibt es für fast alles eine Software. Innerhalb von ERP-Systemen findet man das Lastenheft ebenfalls als Muster, welches in Form einer Tabelle strukturiert ist und so in entsprechenden Feldern die Möglichkeit einer Eintragung bietet. Das Praktische: In diesen Softwares ist meist auch eine Funktion enthalten, mit welcher der Anbieter jede Position bewerten kann, zudem ist viel Raum für Anmerkungen vorhanden.

Ein passendes Muster für das Lastenheft

Auf unserer Webseite möchten wir Ihnen eine Vorlage anbieten, welches Sie in Word und Excel bearbeiten können. Wenn Sie das Muster auf dem Tablet benutzen, können Sie sogar mit einer geeigneten App die Nachbearbeitung vornehmen, oder es bei der richtigen Formatierung als PDF benutzen. Auf diese Art haben Sie stets die richtigen Vorgaben, die ein Lastenheft besitzen muss, zur Hand.

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